Hochsteintrophy
St. Veit / Pongau, 7.6.2008
Hallo St. Veit,
da stand ich nun - ohne schweren Ackergaul, auch keine leichte Plastikrennfeile zwischen meinen schmächtigen Schenkerln. Die Sterne hatten mir schreckliches prophezeit, die Waage auch. Nachdem sich Neptun und Uranus weit jenseits der achtzigsten Kilomarke trafen, wollte ich das Unglück nicht heraufbeschwören. Cäpt'n Scheer ging es ebenso. Allerdings hatte ihm die Bewußtseinserweiterung des Vorabends eine 4 Promille-Klatsche und eine muskuläre Insuffizienz des Magen-Darmtraktes bescheert. So wollte er mir als Topbetreuer mit zittrigen Knien bei der Beglückung der Bikeklinik-Topathleten Beistand leisten.
Nachdem für uns das Aufwärmen ausfiel, versuchten wir uns anders nützlich zu machen. Wir statteten den Dopingfahndern einen Besuch ab und befüllten zuvorkommend und selbstlos gleich einmal alle Fläschchen der netten Herren. So müssen sie wenigstens nach dem Rennen nicht mehr so lange auf die Befüllung durch die dehydrierten Spitzenathleten warten und können rasch zu ihren Familien heimkehren. Als wir gerade lustig den Flüssigkeitsüberschuss des Vortags gleichmäßig auf diverse Fläschchen verteilten, hallte der Startschuss quer durchs ganze Innergebirg.
Jetzt hieß es hurtig die Zaubertränkchen unserer Rennfahrer zusammenzupacken. Nur ja nicht mit den diversen Dopingproben verwechseln und ab auf die Strecke...
So ungefähr hätte sich normalerweise alles abgespielt, nur leider war dem nicht so. Herr Scheer war gesundheitlich bedient und stand im Seidenhemd mit einer Sommersprossenbraut am Wegesrand, und ich schaffte es nicht rechtzeitig zum Start. Daher musste ich als Betreuer mit großem Rucksack das Rennen mit 10 minütiger Verspätung aufnehmen. Die Chancen, dass ich vor den Spitzenfahrern bei den neuraligischen Punkten ankomme, standen nicht schlecht, nachdem es angenehm zu regen anfing und das den Topathleten normalerweise gar nicht gut bekommt.
Bald hatte ich die ersten erreichten. Superstar "alter Hans" ließ sich gleich die Luft aus dem Hinterrad als er mich daherkeuchen hörte und musste daher "leider" aufgeben. Es kamen noch weitere Spitzenathleten daher, nur waren sie alle in die verkehrte Richtung unterwegs. Nach einer intensiven Bergfahrt kam ich dann ganz entspannt mit minimalen Rückstand auf die Spitze zum Kuchenbuffet am Gipfel an. Der Rückstand kann deswegen nicht sonderlich groß gewesen sein, da noch sehr viel Kuchen übrig war. Nur da oben wollten die verwöhnten Herren Kaffee von mir und kein gschmackiges Isosafterl - undankbares Pack.
Gerüchten zufolge soll irgend ein Tiroler die Gunst der Stunde genutzt haben, dass Cäptn Scheer und ich nicht an der Gipfelkreuzhatz teilnahmen, und holte sich unangefochten den Sieg. Knapp dahinter folgten Berühmtheiten wie Mayr Hias, Wallner Tom, Woisetschläger Reini und Kirnbauer Ralf.
Ergebnisse und viele Fotos findet ihr unter http://www.rlc-stveit.com/start.htm.


