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Foto des Monats

September

Radshop Fritz

Raiffeisen GRANIT Marathon

Kleinzell, 27.6.2010


Stoppi

Harti, Härter, Granit

Wie bereits die letzten beiden Jahre gab es zur Einstimmung auf den Granitmarathon, im lieblichen Mühlviertel gelegen, eine Aufwärmparty auf Hartis Hazienda nahe dem Startort Kleinzell. Harti und ich machten uns bereits freitags auf die Reise und stimmten uns abendlich nach einem hervorragenden Nachtmahl mit einem ordentlichen Schluck Rotwein sowie einem Ofen der Extraklasse auf die bevorstehenden Strapazen ein. Wir hatten dieses Rennen als Generalprobe für unsere „Transe“ im August auserkoren, mit dem Ziel nicht zu schnell zu starten um dann mächtig nachzulassen.

Der Nächste morgen war dann zunächst etwas belämmert bis zum ersten Schluck Kaffee, nach ausgiebigem Frühstück (Schmalzbrot usw.) ging es gleich an die Knechtarbeit – Rasen mähen, es war ja Fußball WM. Also gab Harti den Marschbefehl aus – englischer Rasen rund ums Haus – den restlichen Vormittag verbrachten wir in hitziger Eintracht, Harti mähte und ich opferte mich und schwang den Rechen und beförderte ca. 20 Ladungen Gras mit der Schubkarree auf den Misthaufen. Als Belohnung stellte mir der Chef des Hauses eine Diät Jause mit Ripperln, Speck und dergleichen in Aussicht. Doch zunächst galt es den Einkauf für das abendliche Gelage zu erledigen. Mit dankbarer Unterstützung von Dagmar und Heinz (alias Wuzibär) war das ein Kinderspiel. Kaum zurück und endlich am jausen kam auch schon Fredl samt Hülse in der Hand hereingeschneit. Dermaßen gestärkt machten wir uns ans aufstellen des Partyzelts samt ligurischem Staub, Gott sei Dank öffneten sich 5 Minuten später die Himmelspforten und ein ordentlicher Regenguss säuberte das Zelt in Sekunden. Also machten wir uns auf die Startunterlagen abzuholen um bei der Gelegenheit gleich Ossi und Stella in Schlepptau zu nehmen. Schön langsam vervollständigte sich unsere Runde, Willi (der dünne Mann) kam direkt vom Rennen in Neumarkt, die Lockenprinzessin lotste dem Baron der Drogen geschickt den Weg, Hartis Träna, Manfred Stiegler fand auch recht schnell den Weg zum Grill. Einzig Sumo samt Kind und Kegel machte dank seines Navigationsgerätes eine kleine Oberösterreich Sightseeing Tour mit Besichtigung des Most-, Inn- und Mühlviertels. So kann man aus einer knapp 2,5 stündigen Anfahrt eine doppelt solange Benzinsparende Erlebnisrundfahrt machen. Hauptsache es hat Ihnen Spaß gemacht.

Wir ließen uns in der Zwischenzeit zunächst köstliche Nudeln samt Thunfisch Sugo schmecken, gefolgt von herzhaft gegrillten Käsekrainern, Spare Ribs, Grillkäse, Ripperln, Steaks, Fisch, Knoblauchbaguette usw. Hier nochmals ein herzhaftes Dankeschön an Grillmeister Fredl, er hat sich das Bier ja auch gut schmecken lassen und gute Besserung dem angerannten Daumen. Gut gesättigt von diesem Sportlermenü ging es rasch zur Nachtruhe, denn Tagwache war um ½ 7 angesagt, Start war ja für die Erwachsenenstrecke schon um 09.00 Uhr, die Kinder waren eine Stunde später an der Reihe.

Die Generalprobe zur Marathon EM war nicht gerade einem Ansturm an Fahrern ausgeliefert, das erlesen Starterfeld erinnerte eher an Top Six Rennen der Extremdistanz, geschätzte 100 Starter machten sich pünktlich auf den Weg um 100km und 3.000Hm zu bewältigen. Dagmar und Wuzibär begleiteten uns zum Start und stellten uns ihre Unterstützung am höchsten Punkt der Runde, dem Ameisberg, zur Hälfte des Rennens in Aussicht. Die Hitze hielt sich zu dieser Zeit noch in Grenzen und der Boden war stellenweise staubtrocken um sich blitzartig in eine Sumpflandschaft zu verwandeln. Harti versprach hoch und heilig diesmal nicht zu schnell zu starten und zu meiner Verwunderung gelang es ihm diesmal auch, ich konnte ihm zwar anfangs nicht ganz folgen aber er war immer in sichtweite und er wartete brav bis ich endlich zu ihm aufschloss. Sofort gab der ältere von uns beiden die Devise aus, der schnellere am Berg foahrt hinten! Artig reihte ich mich ein um mir seine Wadeln für die nächsten Stunden anzuschauen. Bei der ersten Labe nahmen wir brav Getränke an und so verging die erste Stunde wie im Flug.

Plötzlich wurden wir von hinten durch ein herzhaftes „Gutes Schmeck´s!“ begrüßt. Der Dünne Mann hatte sich bei einer der zahlreichen Abzweigungen verfahren und befand sich in rasender Aufholjagd. Es war uns eine Ehre den Herrn Magister im Wettkampf Einsatz von hinten zu bewundern, dieser seltene Anblick ist uns sonst nur auf den ersten Metern eines Rennens gegönnt. Zunächst meinte er noch „heit gfreit´s mi nimma, i foar mit eich“, doch angesichts unseres Pensionistentempos entschwand er bald mit wippendem Oberkörper nach vorne. Der Kurs war sehr abwechslungsreich, rutschige Waldwege, Wiesenstücke, Forststraßen, ab und zu ein Asphaltstück und kein einzig langer Berg, immer rauf und runter. Über eine recht gatschige Forststraße ging es dann hinunter zur Donau um durch eine malerische Kulisse wieder den nächsten Hügel empor zu radeln. Dort war auch schon die nächste Labe, Harti konnte sie kaum mehr erwarten, denn er hatte mächtig Durst gehabt und saß schon am trockenen. Also wurden in aller Ruhe die Flaschen gefüllt und der ein oder andere Kuchen verzehrt. Dermaßen gestärkt ging es weiter und ein Hügel folgte dem anderen, alle sahen sie schön langsam gleich aus. Wir bemühten uns das Tempo nicht zu schnell aber auch nicht zu langsam zu gestalten, doch auch so war es schön langsam anstrengend. Bis zur Hälfte war es noch ein gutes Stück, aber in meinen Haxerln machte sich schön langsam so etwas wie ein ziehen oder zwicken bemerkbar. Na das wird ja noch ein Spaß werden. Die Hitze wurde von Stunde zu Stunde immer mehr, doch zwischenzeitlich kam immer wieder ein bisschen Bewölkung daher um unser schwitzendes Haupt nicht ganz so auszutrocknen.

Es galt die Devise fleißig trinken und jede Stunde einen Riegl, ein Gel oder eine Banane zu verzehren. Nach der dritten Labe musste Harti sich dann von seinen bereits getrunkenen Safterln verabschieden um dermaßen erleichtert die Hügeln wieder hinauf zu fliegen. Ich rollte derweilen locker weiter so dass er mich bald wieder einholen sollte. Doch weit gefehlt, ich drehte mich immer wieder um, doch von ihm war nichts zu sehen, also nahm ich ordentlich Tempo raus, meinen Haxerln hat es auf keine Fall geschadet und siehe da, da tauchte er auch schon wieder in meinem Blickfeld auf. Als er bereits ganz knapp hinter mir war, begann sich der Ameisberg uns in den Weg zu stellen du es ging recht happig bergauf. Hier hab ich dann leider ein bisschen zu viel draufgedrückt denn nach dem ersten Anstieg war er hinter mir schon wieder nicht zu sehen. Ich versuchte locker weiterzufahren, doch das war schön langsam ein Ding der Unmöglichkeit, der Weg war ruppig, steil und mit Wurzeln übersät, also Wandertag. Und nach kurzem schieben hörte ich von der Ferne den Wuzibär die vor uns fahrenden anfeuern. Kurz darauf kamen Dagmar und Heinz auch schon in Blickkontakt und begrüßten uns aufs herzlichste. Halbzeit und Labe. Harti folgte knapp hinter mir, derweilen mich meine ersten Krämpfe heimsuchten. Mit einem gespielten Lächeln drückte ich mir eine Banane, einen Kuchen und ein Flascherl Mineral zwischen meine recht gut gefüllten Ripperln. Und dann kam von Harti die Retourkutsche für Schladming (dort hab ich ihm bei der letzten Labe erklärt, er könne den Rest der Strecke alleine fahren, da ich den restlichen Teil bereits mehrfach befahren hatte), es geht ihm nicht mehr so gut und er denkt ans aufhören. Alles gute zureden war vergebens, unsere Generalprobe für den Eimer, was für ein Dilemma. Zögerlich machte ich mich auf den restlichen Weg.

Auch ich merkte die Strapazen der ersten 50km und dachte mir, aufgeben kann ich noch immer, schau ma mal wie weit ich komme. Die nächsten 20km gelang es mir mich einigermaßen zu erholen, ich fuhr die ganze Zeit mit Andi vom Mountainbiker Shop im 11. Hieb, er hatte sich anfangs des Rennens zu uns gesellt, sich jedoch recht bald verfahren, und erst bei Halbzeit wieder eingeholt. Relativ gleichmäßig kurbelten wir Kilometer um Kilometer herunter und nach ca. 70km kam dann eine Rampe daher, die kannte ich noch vom letzten Jahr, hier hatten wir Elmelos verloren, also wieder Wandertag, oben kam zum Glück wieder eine Labe und als ich mich umdrehte war Andi plötzlich nicht mehr da. Der nächste der mir abhanden kam. Nun war ich wieder auf der Strecke die ich bereits aus dem Vorjahr kannte. Mit Schrecken erinnerte ich mich an so manch kurze, steile Rampe, aber schön langsam war das Ende gar nicht mehr so weit. Ich bemühte mich noch halbwegs mein Tempo zu fahren, doch irgendwie ging auch bei mir der Akku dem Ende entgegen. Irgendwie rettete ich mich bis zur letzten Labe die ca. 10km vor dem Ziel war, dort füllte ich nochmals alles auf, stopfte allerlei Ungesundes in mich hinein und als ich mich wieder auf den Weg machte, war Andi wieder neben mir. Der junge Hupfer sah noch richtig frisch aus im Gegensatz zu mir, und es ging ihm auch wesentlich besser, er konnte noch fleißig pedalieren und entschwand bald nach vorne. Ich war zum Glück genügend mit mir selbst beschäftigt, nur ja nicht zu viel draufdrücken, sonst kommt vielleicht wieder so ein Krampferl daher. Locker tretend kam dann auch noch zu guter Letzt der Steinbruch daher, bei dem Wetter ein Spaß der Extraklasse, die Sonne brennt unbarmherzig auf Granit und du kommst dir dort vor wie in einem Backofen. Doch diesmal kam mir das ganze gar nicht so arg vor, wahrscheinlich war mir schon alles egal. Und als Draufgabe dann noch am letzten Kilometer eine Bergsprintwertung. Da ging wahrlich überhaupt nichts mehr. Nach nicht ganz 7h durfte ich zunächst durch das Festzelt rattern um kurz danach die Ziellinie zu passieren. Geschafft! Meine Beine schmerzten ganz schön, aber Krämpfe hatte ich jetzt keine mehr. Den Kaiserschmarrn hatte ich mir jetzt ordentlich verdient.

Ein wunderschönes Wochenende ging viel zu schnell zu Ende, nächstes Jahr wieder, aber wohl eher als Betreuer.

Euer Stoppi