MTB Grand Prix Schladming
Schladming, 3.6.2010
Sumo’s & Pam’s urgute Flitterwochen
Drum Prüfe wer sich ewig bindet…. Also jedenfalls ist so ein Etappenrennen ein herrlicher Streitgrund. Man ist müde, Dinge funktionieren nicht (so wie man sich das vorstellt), Fingernägel brechen ab, man riecht nicht gut (dafür gibt es mehrere Gründe), man wird schmutzig…….lauter Dinge an dem der andere Schuld haben könnte.
Wir haben uns jedenfalls gedacht, wir bringen uns in so eine extrem Situation und schauen mal ob wir am 12.6. noch immer JA zu einander sagen wollen.
Schlussendlich entschieden wir uns für die Alpentour, weil wir beide eh keine Zeit zum trainieren haben und ich auch gar keine Woche vom Geschäft weg bleiben könnte. Im April hatten wir 2 Std. Zeit für den Event zu trainieren und auch ab zu checken ob das Tandem noch funktioniert.
Erste Etappe: 3. Juni 2010
Ca. 69km, 2900hm (die Angaben weichen deutlich von den offiziellen Angaben ab und sind ein Mittelwert der von verschiedenen Polaruhren gemessenen Werte)
Als wir am Mittwoch nach der Arbeit nach Schladming gefahren sind schüttete es wie seit langem nicht mehr.
Trotzdem entschieden wir uns am Donnerstag in der Früh zu starten. Zuversichtlich starteten wir und waren weit entfernt letzte zu sein. Der Untergrund war tief und gatschig was die Funktion der Schaltung erheblich beeinträchtigte.
Deshalb glaubten wir zuerst das unsere Kettenblätter den Geist aufgeben, aber es stellte sich heraus das unser Freilauf der wahre Grund für unser nicht mehr vorankommen war.
So liefen wir also das letzte drittel der ersten Runde Bergauf und Rollten wo es möglich war Bergab bis wir das Ziel der ersten Runde erreichten. Dort dauerte es 1 ½ Std. bis ich ein neues Hinterrad aufgetrieben hatte, da niemand in Schladming den kaputten Hügi – Freilauf reparieren konnte.
Danach setzten wir unsere Reise auf der inzwischen menschenleeren Strecke fort, und wie durch ein Wunder schafften wir es den kompletten Kurs bis ins Ziel noch vor Einbruch der Dunkelheit zu finden. Fahrtechnisch begannen wir die Grenzen des Tandems auszuloten, wobei Pam sich noch relativ oft in steilstücken fürs laufen entschied.
Wir konnten der Versuchung den Noah als Vorwand zu missbrauchen um aufzugeben durch gegenseitiges gut zureden, aber stets wiederstehen.
Zweite Erappe: 4. Juni 2010
Ca. 65km, 2560hm
Pam’s wunderschöne Geburtstagsetappe im Gatsch.
Wir haben aus den Fehlern des ersten Tages gelernt, gewappnet mit einem neuen Hinterrad, Kettenöl und einem Fetzen um die Kette zwischendurch zu reinigen, haben wir uns dem zweiten Tag gestellt.
Allerdings noch ein wenig geschwächt von den Strapazen des Vortages, deswegen war das Schlussmotorrad die ersten 10-15km unser einziger Begleiter. Doch unsere Strategie das Rennen langsam und gleichmäßig zu bestreiten zeigte Erfolg und wir holten einige andere ambizionierte, untrainierte Teilnehmer ein.
Komisch war für uns dass viele die wir überholten, das Rennen nach dieser Schmach aufgaben. Wir entwickelten uns sozusagen zum Schrecken der hintersten Reihen (hihihi, sehr lustig).
Immer wieder die gleiche Situation: ein Fahrer taucht am Horizont auf. Sieht uns - tritt mit aller Kraft in die Pedale - kann den Abstand nicht halten - wird eingeholt – überholt - fällt außer Sichtweite. Und wenn nach einer halben Std. das Schlussmotorrad wieder hinter uns zu hören war, dann wussten wir der oder die hat auch aufgegeben.
Trotzdem gelang es uns niemals als letzte das Ziel zu erreichen und so schnell zu sein, dass mindestens 5 Fahrer im Ziel hinter uns waren. Auch der zweite Tag bescherte uns noch jede Menge Gatsch und Dreck, aber wir hatten uns schon daran gewöhnt und konnten ein wenig souveräner damit umgehen. Außerdem war die Pam schon ein wenig müde und entschied sich deshalb öfter fürs sitzen bleiben als fürs laufen (na bitte, geht ja eh).
Der zweite Tag brachte eine neue Grenzerfahrung für unser Team, die uns beinahe zur Aufgabe gezwungen hätte: die Pam hat sich nämlich seit Wochen die Nägel wachsen lassen (für die Hochzeit) und ihr ist der Nagel vom Ringfinger der rechten Hand bei einem Waghalsigen Manöver abgebrochen. Katastrophe!!!! Ich war natürlich fassungslos als ich davon hörte, kurz sogar Sprachlos. Dann wurde mir der Ernst der Lage bewusst und ich stammelte: „Sonst hast keine Probleme, Schatz?“
Wenigsten lenkte uns das darauf folgende Therapeutische Gespräch von den letzten 2 ½ Std. Qual dieser Etappe ab.
Dritte Etappe: 4. Juni 2010
Ca. 72km, 2705hm
Der erste heiße Tag und weil‘s heiß war, war‘s weniger gatschig und weil‘s weniger gatschig war, war‘s mit dem Tandem viel leichter.
Leider ist uns auf der Abfahrt vom ersten hohen Berg (der Triumphberg, benannt nach einer Episode die sich angeblich in früherer Zeit zugetragen hat, wo ein Tandem besetzt mit einem sehr dicken kleinen Mann und einer sehr sehr dünnen noch kleineren Frau, den zum Marathon Man mutierten Topbetreuer im Steilsten Stück des Berges, singend abgeschüttelt hat) der letzte Rest von den Bremsbelägen abhanden gekommen.
Wir hatten daher auf den Restlichen längeren Abfahrten unsere liebe Not und mussten manchmal sogar absteigen und zu Fuß weiter. Außerdem hatten die vielen Hm und der Dreck der letzten Tage der Kette dermaßen zugesetzt dass sie immer wieder vom Ritzel sprang.
Gott sei dank, hatten die Menschen von Magura im Ziel neue Bremsbeläge und einen riesigen Imbus den man benötigt um den Exzenter der vorderen Kette nach zu spannen.
Vierte Etappe: 6. Juni 2010
Ca. 50km, 1770hm
Der letzte Tag war trocken, schnell und leicht und wir waren verblüfft weil das Tandem solange keine Zicken gemacht hat.
Leider gab 15 km vor dem Ziel Sumo‘s linke Pedale, nach einem heftigen Bodenkontakt, den Geist auf. Und so mussten wir den Rest des Weges quasi 3 beinig fahren. Das war aber schon wurscht, weil‘s eh nicht mehr weit war.
Jedenfalls, werden wir jetzt doch Heiraten weil wir für ein klares NEIN zu wenig gestritten haben. Im Grund war‘s eine riesen Gaude und ich kann jedem die Teilnahme nur empfehlen. Dar Preis Leistungsverhältnis ist deutlich besser als bei den anderen Etappenrennen und 4 Tage sind für mittelmäßig trainierte Gesundheitssportler wie wir es sind, gerade noch machbar.
Liebe Grüße
Von den Gewinnern der Mixedwertung 2010



















